Geschichte des Männerballett
Heute vor 30 Jahren fanden sich ein paar junge Männer zusammen, um einen karnevalistischen Programmpunkt auf die Beine zu stellen. Damals konnte noch niemand damit rechnen, dass sich das bis heute fortsetzen würde.
In ihrer fußballfreien Zeit kamen insgesamt acht Männer auf die Idee Trampolin zu springen. Diese achte Männer waren: Hartmut Hudetz, Klaus Schmitz Jürgen Schulte, Eberhard, Friedel und Hubertus Springob, Uli Thiele und Ralf Welticke. Da ein guter Draht zur Sporthalle in Rinkscheid bestand, war ein Übungsraum und das passende Trampolin schnell gefunden. 2 Mal wöchentlich fand damals das Training statt.
Zu dieser Zeit wurde aus diesen Acht die Gruppe "Biggespringer". Da es damals diese Art der Unterhaltung noch nicht gab, kam bereits im zweiten Jahr ein Auftritt beim Kreiskarneval in Meggen hinzu. Das Team hatte sich in den ersten drei Jahren im Ihnetaler Karneval etabliert und mit Edmund Fenner auch ein neues Mitglied gefunden. 1980 war es dann endlich soweit und man konnte den ersten überkreislichen Auftritt verbuchen. Mit dem Fliesentransporter von Hubertus Vater ging es nach Duisburg. In den darauf folgenden Jahren wechselten die Kostüme vom Turnvater Jahn über die Alten Herren vom Fußball bis hin zu den Piraten, mit denen sie Stimmung in die Ihnetaler Halle brachten. Damals dachte man auch an den Nachwuchs und so kamen Nina, als erste weibliche Springerin und Frank Springob hinzu.
Nach einigen Jahren als Biggespringer kam die Idee auf, das Publikum mit etwas Tänzerischem zu unterhalten. Mit Ulrike Klösel hatte man 1989 eine Trainerin gefunden, die den "sportlichen" Männern den Schwanensee beibrachte. Dieser Tanz kam so gut an, dass man sich auf der Recklinghauser Prunksitzung mit richtigen Karnevalgrößen messen konnte. So waren die Männer auf den Geschmack gekommen und führten auch im nächsten Jahr wieder einen Tanz auf. Damals versuchte man mit dem orientalischen Bauchtanz das Publikum für sich zu gewinnen.
1992 war im Ihnetal das Jahr der Hitparade und so entschloss man sich ein Reihe von Interpreten darzustellen, die das Publikum zum Schunkeln und Mitsingen aufmuntern sollten. Mit den Original Ihnetaler Herzbuben, Thorsten Hundt und Manfred Baumhoff wurde dieser Abend zu einem wunderschönen Erlebnis. Aber auch mit der zweiten Aufführung im Jahre 1993 des Schwanensees wurde das Publikum begeistert. 1994 entschloss man sich noch einmal das Springen aufleben zu lassen, weil im kommenden Jahr das Springen auf der neuen Bühne nicht mehr möglich war. Im Bundeswehr-Look wurden die Lachmuskeln des Publikums gekitzelt.
1995 wurde ein kleiner Schnitt im Männerballett gemacht. Alte Hasen wir Eberhard und Friedel Springob, sowie Armin Döll machten Platz für eine Reihe neuer und junger Tänzer. Mit Michael Kühr und Thorsten Becker übernahmen zwei Eigengewächse die Position des Trainers. Elf artistische und schneidige Kosaken sorgten für viel Wirbel auf der Bühne.
1996 entschloss man sich dann zu einem Tanz in Mönchskutten. Im Verlauf des Tanzes entledigte man sich, ganz zum Wohlgefallen der weiblichen Zuschauer, der Kutten und es kamen hautenge Bodies zum Vorschein. Mit diesem Tanz belegte das MBI den 2. Platz auf den ersten Kreismeisterschaften in Rahrbach.
Als 1997 Michael Kühr als Trainer aufhörte, konnte man mit Peter Pusch einen Nachfolger aus den eigenen Reihen finden. Nach Vorbild des legendären Musikvideos "Thriller" entschloss man sich zu einem Zombie-Tanz. Aber nicht nur die richtigen Kostüme mussten geschneidert werden, sondern auch die Gesichter mussten realistisch geschminkt werden und so übernahm Nicole Haumann fortan die Regie für die Maske. Diese Verantwortung übernimmt sie bis heute. Mit diesem Tanz gelang es dem MBI zum 1. Mal Kreismeister zu werden.
1998 war das Jahr der heißen brasilianischen Rhythmen und so brachten 14 Samba-Tänzer mit ihren Tänzerinnen Partystimmung in die Ihnetaler Festhalle. Getanzt wurde nicht nur auf der Bühne, sondern auch auf den Tischen davor und mit diesem Tanz sicherte sich das MBI zum zweiten Mal den Titel als Kreismeister. Im darauf folgenden Jahr konnte das Publikum große Prominenz auf der Bühne erwarten. Sieben Männer verkleidet als Dieter Bohlen und Sieben als Thomas Anders tanzten sich als Modern Talking in die Herzen des Publikums.
Einen guten und erfolgreichen Start ins neue Jahrtausend sicherte sich das MBI mit einem melodisch swingenden Mambo No.5 Hit. Der Höhepunkt dieser Session stellte der Auftritt, auf dem veranstalteten Kreiskarneval in der Attendorner Stadthalle, dar. 2000 konnte man erstmals den eigenen Männerballett Orden vorstellen, der seit dem jedes Jahr an Freunde und Gönner des MBI verteilt wird.
Göttlichen Beistand erhielt das MBI im Jahre 2001 bei dem Cowboy Tanz. Als Bonbon konnte Pastor Richard Steilmann vorgestellt werden. Unter strengster Geheimhaltung trainierten Thorsten Becker und Peter Pusch acht Wochen lang mit ihm alleine im Pfarrhaus. Der Auftritt mit diesem Tanz und dem neuen Tänzer war nicht nur für das Ihnetaler sondern auch für das Neu - Listernohler Publikum ein echtes Highlight.
Polizeiruf MBI hieß es 2002. Als beim Einmarsch die Halle in Dunkelheit und Nebel versank und unter Scheinwerferlicht Schüsse und Hubschraubergeräusche am Tatort erklangen, wusste noch niemand im Publikum, dass gleich 14 knackige Ami Cops hereinkommen würden, um den Fall aufzuklären. Fetzige Beats und heiße Schritte für coole Typen. Den Umgang mit dem Schlagstock machte ihnen keiner nach. Das Publikum ging nun richtig mit und so war es nicht verwunderlich, dass in dieser Session 200 T-Shirts runter gerissen wurden. Auch der damalige Prinz Tobias, als echtes MBI - Mitglied, ließ es sich nicht nehmen und tanzte kurzerhand bei der Zugabe im Prinzenkostüm mit.
12 Jahre war es schon her, dass in einem MBI Tanz nur Frauen dargestellt wurden. Zeit genug als, um sich Gedanken für ein neues Thema zu machen. Marilyn Monroes Ohrwurm "I wanna be loved by you" kam gerade recht, um die kokette, grazile Art weiblicher Tänzerinnen nachzustellen. Nicole Haumann und Carmen Meister leisteten auch diesmal ganze Arbeit. Mal wieder mussten Brust und Barthaare weichen und so kam es auch schon mal vor, dass zehn Minuten vor dem Auftritt der Kurzhaarschneider zum Einsatz kam.
2004 konnte man auf der Bühne den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse bestaunen. Mit Angels vs. Devils und den dazugehörigen heißen Outfits konnte vor allem das weibliche Publikum gewonnen werden. Ein besonderes Erlebnis war vor allem der Auftritt beim Chili con Carneval der KG Attendorn.
2005 war das Jahr der Seefahrt. In hautengen Matrosenanzügen schunkelten wir zu Liedern wie "Auf der Reeperbahn". Doch es sollte nicht lange dauern, bis die Musik auf "Born to be alive" wechselte und wir nur in kurzen und engen Matrosenhosen tanzten. Wolfgang Balentin versuchte für Haltung an Deck zu sorgen, was ihm auch gut gelang. Mit diesem Tanz belegte das MBI den 2.Platz beim Männerballett-Turnier in Bruchhausen.
2006 ging es mit den Helden in Strumpfhosen in den Sherwood Forrest. Mit akrobatischen Einlagen tanzten wir uns in die Herzen des Publikums. Eine ganz besondere Rolle hatte dieses Jahr Wolfgang Balentin. Er überraschte das Publikum mit seinem Solo-Auftritt als Bruder Tuck. Das Publikum war begeistert.
2007 schreitet ein Mann komplett in Gold auf die Bühne. Sein Name: Goldfinger. Die Polizei von Miami Beach ist nicht sehr angetan von seiner Sache und ruft einen Mann zur Hilfe. Die Frage lautet: "Wer sind Sie?". Darauf kann es nur eine Antwort geben. Bond - James Bond.
2008 wird die Erde von einer außerirdischen Invasion überrascht. 18 intergalaktische Kämpfer suchen die heimischen und auswärtigen Bühnen auf, um sie zu erobern - die Kybernauten haben das Sauerland erreicht. Letzten Meldungen zur Folge hat die Invasion im Ihnetal begonnen - das Vereinshaus ist besetzt. In der region um Attendorn wurden über Karneval plötzlich auftretende, starke, elektromagnetische Schwankungen registriert. Die Frage ob eine Verschiebung der Erdachse bevorsteht, konnte bisher nicht geklärt werden - Niemand weiß, was die Zukunft bringt.
Und was uns im nächsten Jahr erwartet,wird an dieser Stellen natürlich noch nicht verraten.
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